Fotoalbum war gestern, Fotobücher gibt es heute!

Wieder daheim!
Jetzt noch einige Tage ungeduldig warten und dann hatte man die ersehnten Werke, die Bilder der vergangenen Reise in der Hand.
Natürlich schaute man mit Begeisterung auf die überzeugenden Ergebnisse der persönlichen Kreativität, diese festgehaltene Momente, die jetzt niemand mehr zurück holen kann, oder auf die Ansichten von unbeschreiblicher Ein- maligkeit, und vieles mehr.
Ein Schatz an Erlebnissen. Deshalb wurde auch der Schuhkarton, indem sie verschwanden, wie ein Schatzkästchen behandelt.
Doch irgendwann folgte (endlich?!) ein Fotoalbum.
Was ist heute bei einem Fotobuch so anders ? Der Reisebilder-Schatz ver- schwindet zunächst in den Tiefen des Computers. Aber dann...
Wem erzähle ich was von meiner Reise. Und wie?
Wer auf Reisen geht möchte etwas erleben. Menschen auf einem Kreuzfahrt- schiff möchten viel erleben, denn schließlich legt das Schiff jeden zweiten Tag oder gar jeden Tag in einem anderen Hafen an.
Gewiss ist nicht jedes Detail einer Reise so interessant, dass es Dritte erfahren müssen. Aber oft sind es die kleinen Erlebnisse am Rande, die uns wirklich faszinieren. Oder es sind jene Begegnungen, die uns an eigene Geschichten erinnern.
"Wir sehen und halten fest, was wir bereits irgendwie kennen", ist ja eine bekannte Aussage.
Der erste wichtige Schritt bei einem Reise-Fotobuch ist einen roten Faden für seine Erlebnisse zu finden, an der sich Fotografien und Texte orientieren. Das heißt eine spannende Geschichte entwickeln und nicht mit Nebensächlichkeiten langweilen.
Die Profis nennen so etwas ein "Storyboard" erstellen.
Weniger Seiten, aber dafür intensivere Eindrücke!
"Klasse, dein Diavortrag war wirklich spannend, aber nach 125 Dias war mein Schlaf einfach stärker"! Welcher Reisefoto- graf kennt diesen Satz aus dem Zeitalter der Diaabende nicht!
Kein Mensch wird beim Betrachten eines Fotobuches einschlafen, aber unsere Wahrnehmungsfähigkeit nimmt auch mit der Anzahl der gesehenen Seiten ab.
Die Lösung: Wenn ich bei einem Reiseerlebnis nicht mit ca. 40 Seiten auskomme, fange ich einfach ein neues Buch an.
Jedem Neuen wohnt ein Zauber inne, gilt auch für Fotobücher.
Mehrere themenbezogene Bildbände können die Erlebnisse einer Reise oft viel interessanter und inten- siver präsentieren, als ein einziges Buch mit zu vielen Seiten.
Ferne, Weite, Reise und Querformat gehören irgendwie zusammen.

Die Fotomotive vieler Reisefotografen sind geprägt von der Sehnsucht nach Freiheit und Ferne, sowie dem Wunsch, die Weite von Land-
schaften intensiv zu erleben und ungewöhnliche Perspektiven neu zu entdecken.
Nach meiner Einschätzung wird ein Buch im Querformat,z.B. DIN A4 quer, solchen Bildwelten am ehesten gerecht.
Ein klassisches DIN A4 Hochformat entspricht mehr sachlichen Inhalten
und wird als sehr normal empfunden.Wer sich jedoch für weitere
Formate entscheiden möchte hat auch kein Problem, denn die Auswahl
der Anbieter ist groß, angefangen von qudratischen Formaten jeder
Größe bis diversen XL oder XXL Formaten.
Hervorragende Qualität ist gerade gut genug!
Es sind die besten der besten Aufnahmen, die man in einem Fotobuch abbilden möchte. Also ist auch für das Buch Qualität angesagt. Zwei Qualitätsstufen werden überwiegend angeboten.
Beim Digitaldruck werden die Bilder auf Standardpapier gedruckt.
Im zweiten Fall wird das Buch aus Fotopapier von Kodak, Fuij usw. her- gestellt und erreichen die Bilder fast die Qualität von Fotoabzügen. Ein weiterer Vorteil zeichnet diese Form der Bücher aus: Die Bindung eignet sich optimal zur Gestaltung einer Doppelseite, denn bei dem aufgeschlag- enen Buch ist der Pfalz in der Seitenmitte kaum wahrnehmbar.
Preisgünstiger sind die Bücher aus Standardpapier. In einem Test von Computerbild / Ausgabe 10/ 2011 jedoch wirkten diese Bilder "matt, etwas detailarm und leicht grieselig." Trotzdem sollte man sich selbst über die ange- botene Papierqualität informieren. Weitere interessante Testergebnisse dazu sind auch bei CHIP FOTO-VIDEO / Ausgabe 2/2011 zu finden.
Hersteller gibt es viele, doch wer ist der Beste?
Scheinbar unendlich viele Hersteller bieten im Internet ihre Leistungen an.
Pixum, CEWE, Fotobuch.de:, myphotobook.de sind nur einige davon.
Handels- und Drogerieketten, wie Saturn, Mediamarkt, Schlecker, dm, Aldi,
Lidl usw. werben ebenfalls für ihre Fotobücher.
Natürlich arbeiten die Handelsketten mit den bekannten Produzenten zusammen.
Deshalb können sich die Preise des gleichen Herstellers stark unterscheiden. Wer
auf Sonderangebote oder Gutscheinaktionen achtet, kann Geld sparen. Jeder der
großen Hersteller wirbt mit der Aussage: "Testsieger bei..." Und fast jedes große
Unternehmen war auch schon einmal in irgendeiner Zeitschrift Testsieger.
Deshalb sollte man sich diese Testergebnisse genau anschauen und vielleicht
einmal ein Musterbuch in einem Ladengeschäft in die Hand nehmen.
Ein Buch gestalten, so einfach wie ein Brief schreiben?
Die Gestaltungsprogramme werden kostenlos zum downloaden aus dem Internet angeboten. Einschließlich Installation benötigt man dazu 10 - 20 Minuten. Es kann hilfreich sein, sich die Programme unterschiedlicher Hersteller anzuschauen und auszuprobieren, wie gut man mit dem einen oder anderen Programm zurecht kommt.

In einem aktuellen Test der Zeitschrift CHIP FOTO-VIDEO / Ausgabe 2/2011 wird das Programm von Pixum als besonders anwendungsfreundlich bezeichnet. Grund- sätzlich unterscheiden sich die einzelnen Programme aber nur in Details.
Die Fotos vorher bearbeiten?
Was die technische Seite der Fotografien betrifft, können die Bilder so wie sie aus der Kamera kommen in das Programm geladen werden. Ein Bildzuschnitt, die Ver- stärkung der Kontraste, also eine Nachbearbeitung jedes einzelnen Bildes ist mit den Gestaltungsprogrammen möglich.
Die Alternative, die ich persönlich bevorzuge, ist die, jedes einzelne Bild zunächst mit einem separaten Bildbearbeitungsprogramm, z.B. Adobe Photoshop Elements zu bearbeiten. Um jedes Bild optimal einsetzen zu können, sollte das Format der Bilder ca. 30 x 20 cm (Auflösung 300 dpi) betragen. Ist die Auflösung eines Bildes für eine gute Druckqualität nicht ausreichend, geben die Buch-Programme einen Warnhinweis.
Zunächst müssen die Bilder in den Editor des Programms geladen werden. Durch einfaches Anklicken mit der Mouse werden sie auf die Buchseite gezogen und an der gewünschten Stelle platziert. (Drag & Drop Funktion). Genau so einfach können auch die farbigen Hintergründe oder grafische Elemente eingefügt werden.

Alle Programme beinhalten Vorschläge zur Seitengestaltung. Diese können als eine erste Anregung hilfreich sein. Aber ich meine, eine individuelle Gestaltung der Seiten macht mehr Spaß und gibt dem Buch einen persönlichen Charakter.

Die Umschlag- und Innenseiten werden - technisch gesehen - gleich behandelt. Eine interessante Titelseite dient dazu Interesse zu wecken, während die Rückseite Neu- gierde auf den Inhalt machen sollte.
Der Versand des fertig gestalteten Buches ist relativ einfach. Die Daten werden auf eine CD gebrannt und dann auf dem Postweg versandt. Alternativ ist die Datenüber- tragung per Internet, die bei den heutigen Übertragungsraten kein Problem mehr ist.
Nach ca. einer Woche können ganz Eilige ihr Werk in den Geschäften der Handels- ketten oder Drogeriemärkten abholen, die anderen müssen auf den Postmann warten.
Was sind die ersten Schritte zum Erfolg?
Bevor man die Arbeit mit einem Gestaltungsprogramm beginnt, sollte man einige
grundsätzliche Überlegungen anstellen:
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Was könnte das Thema meines Buches sein?
-
Welches Format passt zu meinem Thema? (DIN A4 quer, Hochformat, usw,)
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Wie sieht der rote Faden meines Themas aus ? (Storyboard)
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Wie könnte die Reihenfolge der Bilder aussehen?
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Welche Art von Fotografien und wieviele habe ich überhaupt zu einem Thema?
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Mehrere Themenbücher von z.B. max. 40 Seiten anfertigen ?
Für viele Fotografen können es sehr harte Entscheidungen sein, aus der Fülle ihrer schönen
Bilder diejenigen auszuwählen, die dann einen Platz im Buch erhalten. Übrigens, ich weiß wovon ich rede!
Der grafische Aufbau der Innenseiten, das heißt die Platzierung der Fotos, die Hinter-
grundfarbe der Seiten, die Textmenge und die Art der Schrift oder die zusätzlichen
grafischen Elemente sollten die Fotografien geschickt ergänzen und das Thema des
Buches unterstützen. Die Bereitschaft vieler Menschen, in einem Bildband ausführ-
liche Texte zu lesen, ist sehr gering. Deshalb reichen oft einige erklärende Sätze
und hier gilt ganz besonders: "In der Kürze liegt die Würze!"
Städtereisen
Städte zeichnen sich durch ihre besondere Architektur und einen "eigenen Charakter" aus. Deshalb bieten sie jedem Fotografen neben den klassischen "Sehenswürdigkeiten" viele individuelle Motive an. Diese eigenen, sehr persönlichen Bilder einer Stadt sollten in einem Fotobuch stets einen festen Platz haben, denn dann wird es garantiert auf lange Zeit als spannend erlebt.
Verzichten kann man oft auf die Postkartenmotive, die in fast identischen Darstell- ungen die "klassischen Sehenswürdigkeiten" einer Stadt wiedergeben.

Kopenhagen, lebendig und bunt. In den Sommermonaten erinnert das gesamte Stadtbild an das Tivoli, den berühmten Erholungs- und Vergnügungspark dieser Stadt.

Odessa, die Schöne am Schwarzen Meer. So wird diese Stadt ,in der Ukraine gelegen und 1794 auf Geheiß der Zarin Katharina der Großen erbaut, gerne bezeichnet. Künstler wie Puschkin, Tschaikowski oder Maxim Gorki verhalfen ihr zu Weltruhm.
Die Faszination der Landschaften

Landschaften faszinieren durch ihre Formen, besondere Strukturen und das Erlebnis
der Weite. Hinzu kommt noch das Spiel von Licht und Schatten. Landschaftsbilder
sind Kunstwerke der Natur und als solche kann man sie auch in einem Buch
Jeder Mensch hat mehrere Seiten.

Es ist die Darstellung der unterschiedlichen Facetten eines Menschen, die in einem Fotobuch besonders faszinieren. Das Bild mit einem intensiven, emotionalen Ausdruck hat dabei sicher die höchste Priorität und sollte deshalb durch ein großes Format gewürdigt werden.
Erinnerungen, Erinnerungen, und nochmals Erinnerungen.

Es sind viele persönliche Erinnerungs-Bilder, die man auf einer Reise fotografiert.
Alle diese Bilder kann man natürlich nicht in einem Buch unterbringen, es würde
viel zu umfangreich und damit langweilig. Denn den persönlichen Erinnerungs-
wert eines Bildes, kann ein Betrachter nicht immer nachvollziehen.
Weniger ist mehr, gilt deshalb ganz besonders auf diesen Seiten. Auf eine ge-
schickte Mischung von erlebten Momenten, den Bildern von Freunden oder
spannende Details kommt es dann an.
Für die Gestaltung eines Reise-Fotobuches bieten sich natürlich unendlich
viele Themen einer Reise an. Meine Beispiele können nur erste Anregungen sein.
Aber ich bin sicher, wenn Sie ihr erstes Fotobuch in der Hand halten, haben Sie
das Zweite bereits im Kopf.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß damit!
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